Glick ghob!

Wenn der Wörndle mit dem … ja, was denn nun?

 

Im zweiten Teil der Wörndle Interviewreihe „Wenn der Wörndle mit …“ lädt Chef Matthias seinen Freund Arthur Rainer, Tausendsassa und Kalterer Urgestein, zum persönlichen Gespräch ein. Vor über 30 Jahren hatten sie in der Mittelschule jede Menge Spaß zusammen – Arthur erinnert sich noch gut an Wörndles Pausenbrot-Business: die Brezn aus dem Wörndle-Stoffsack für 500 Lire waren in der ganzen Mittelschule heiß begehrt. Ein Geschäftsmann durch und durch also, schon als Kind! 🙂 

 

Die Freunde sind auch heute noch durch ihre Arbeit miteinander verbunden. Arthur führt mit seiner Familie den Landgasthof Seeperle mit Weingut am Kalterer See und nebenbei auch noch die Vinothek WeinSchmiede im Dorfzentrum Kalterns. Das Brot  bezieht er dabei natürlich vom Wörndle – von wem denn sonst?!

Wörndle: So, fong mr on, Arthur! Wenn der Wörndle mit dem … Hotelier, Winzer, Gastronom – ja, was bist du eigentlich?

 

Arthur: Mein ursprünglicher Plan war es, mich beruflich vollständig auf den Wein zu konzentrieren und Winzer zu werden. Aber da gab es auch noch den elterlichen Betrieb, wo ich immer gerne mitgeholfen habe. Als sich mein Bruder entschied, nicht bei der Seeperle mit einzusteigen, war es für mich eigentlich die ideale Lösung, den Landgasthof weiterzuführen und mich dann eben in diesem Rahmen mit Wein zu beschäftigen. 2013 wurde das Weingut gegründet und im selben Jahr haben meine Frau und ich zusammen auch die Seeperle von meinen Eltern übernommen. Ingrid betreut vor allem den Hotel- und Gastronomiebetrieb und ich kümmere mich um die strategische Planung in der Seeperle und eben auch mit ganzem Herzen um das Weingut. Perfekt aufgeteilt zwischen mir und der besten Partnerin der Welt (grinst). Also, wos bin i nor? Olls a bissl, tati sogn, nit?

 

 

Wörndle: Erzähl mal ein bisschen über deine Wurzeln.

 

Arthur: Also eigentlich bin ich ein richtiger Kalterer Aboriginal (lacht). 

Wörndle: Eigentlich ein Seabr oder? Also vom Kalterer See, da ist man ja eigentlich kein Kalterer, sondern eben ein Seabr. 🙂

Ja stimmt, aber meine Familie ist schon über Generationen tief im Kalterer Dorf und auch am See verwurzelt. Mein Opa hat 1962 die Seeperle eröffnet – vor 60 Jahren! Eine lange Zeit.

Wörndle: Dein Herz schlägt für das Weingut (und natürlich für deine Frau). Inzwischen hat sich’s rumgesprochen, dass deine Weine echt besondere Namen haben. Wie bist du auf die gekommen?

 

Arthur: Im Prozess der Namensfindung suchten wir nach einer guten Story und kamen auf die Idee, das Thema Reinheit aufzugreifen: eine Kombination aus unseren reinen, einsortigen Weinen und dem Familiennamen Rainer. Auf der Suche nach Synonymen für das Wort „rein” hat mich dann allerdings erst das Stichwort „geil” so richtig abgeholt.  Wir haben versucht, den Weinen entsprechende Begriffe zuzuordnen und so wurde der Gewürztraminer „scharf”, der Sauvignon „echt geil” und die Kalterer See Auslese „waschecht”. Das war jugendlich und provokant, einfach mal was anderes, das hat mir gefallen, auch wenn es schon Mut gebraucht hat. Mit wachsendem Sortiment haben wir dann die erotische Idee etwas mehr aufgegriffen, aber immer versucht, den Namen der Weinsorte anzupassen. Die Leute mögen’s! (lacht)

Wörndle: Und dann hast du ja auch noch deinen eigenen Gin!

 

Arthur: Ja, das stimmt, unser Gin LACUM – eine Idee, die 2020 im Lockdown entstanden ist. Wir haben uns damals überlegt, dass wir bestehende Kooperationen gerne stärken und uns gegenseitig unterstützen wollen. Unsere Trester liefern wir zu einer Destillerie im Schlerngebiet und da ist die gemeinsame Idee entstanden, statt einem Grappa aus den Trestern einen authentischen Kalterer See (London Dry) Gin zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein mediterranes Rezept aus wenigen, lokal wachsenden Kräutern, aber der Clou ist das Schilfgras vom Kalterer See, das dem Gin eine ganz besondere Note gibt. 

 

Es gibt aber noch ein neueres Projekt von meiner Seite! Zusammen mit zwei Freunden habe ich nämlich das Sektgut Montris gegründet – im Frühjahr 2022 konnten wir endlich mit unserem Debut-Jahrgang 2017 in den Verkauf gehen. Es ist ein sehr hochwertiger Sekt aus der Chardonnay Traube, puristisch, sauber und knochentrocken – etwas ganz Besonderes für Sektliebhaber:innen. Davon wusstest du noch gar nix, gell? (grinst)

 

 

Wörndle: Na, das hab ich echt noch nicht gehört! Bravo, der Arthur ist echt ein Tausendsassa! Wenn das so weitergeht: Wo siehst du dich denn in 10 Jahren?

 

Arthur: Ui, das ist eine schwierige Frage! Also grundsätzlich befasse ich mich immer mit dem, was kommt. Eine Vision zu haben, das finde ich extrem wichtig! Ich bin sehr ehrgeizig. Ich möchte kein großes Weingut haben, sondern eines von den Besten in unserem Gebiet. Das ist mein Ziel, mein Ideal. Das Hotel bleibt hoffentlich klein und überschaubar, aber immer herzlich. Und dann werde ich vielleicht nochmal etwas Kleines auf die Beine stellen, aber am Ende muss trotzdem jedes Projekt Spaß machen und sich natürlich auch selbst finanzieren. 

 

 

Wörndle: Jetzt wird’s spannend: Was ist das Verrückteste, das dir je passiert ist?

Hmm (überlegt). Ich hab meine Frau kennengelernt und sofort verstanden, dass sie die Richtige ist. Nach zwei Monaten hab ich ihr einen Antrag gemacht und nach einem halben Jahr waren wir verheiratet. Und die Moral von der Geschicht’? Glick ghob! (grinst)

Wörndle: Und zum Schluss: Was ist dein Lieblingsbrot beim Wörndle?

 

Arthur: Laugen. Seit der Mittelschule, noch immer mein absoluter Favorit!

Kontakt
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