Ein Fall für Detective Nora Express

A brotaler Weihnachtskrimi

 

Lässig sitzt Detective Nora Express in ihrem von Zigarettenrauch eingehüllten Büro in Caldaro-Town, zieht genüsslich an ihrer Kippe und lässt die letzten Tage nochmal Revue passieren: Nachdem die Mantovaner, die gefährlichste Mafiagang im Überetsch, wieder mal mit den Brezel-Buddies krumme Dinger gedreht haben, hat sich Nora Express diesen Feierabend wohl verdient. Gerade als sie sich ihren Trenchcoat überzieht und den Wörndle-Schlitten aus dem Schrank holt, um über den Schnee cool as usual nach Hause zu sliden, stürmt der Schoko-Spitzbua zur Tür herein. „Detective, Detective, BITTE! Sie miaßn mor gean helfen.“ „Ich hab heute schon Feierabend, go away, Spitzbua!“, murmelt Nora. Der Spitzbua fängt bitterlich an zu heulen, sodass ihm die gute Schokoglasur zerrinnt. „Mach mir hier bloß keine Flecken on my nice floor. Okay, go for it: how can I help you?“ „Sie miaßn unbedingt außerfinden, wos mit mein Bruader, in Stabzucker-Spitzbua passiert isch. Er isch … verschwunden! Und i bin sicher, dass er net lei afn Sea uin isch zum Hockeyspieln afn Eis. Seit drei Tog, seitn Montig nochn vierten Adventsunntig isch er iaz schun weg! Dorweil werd er jo bockhert, madoia!“ „Ok, ok. I will search for him. Wo wurde er gesehen, the last time?“ „In dor Europaallee. Vielleicht hom nen a poor Herrgottskinder beim Kaffeeklatsch aufgfressen, de scheinheiligen Teifl … I woaß es net!“ Nora schiebt den hysterischen Schoko-Spitzbua aus dem Büro. Es schneit und von der Golden Alley herüber duftet es nach herrlichem Wörndle-Gebäck. „Keep calm and stay fresh! Ich mach mich sofort an die Arbeit!“, wimmelt Nora Express ihren neuen Kunden ab, und zieht den Wörndle-Schlitten, anstatt mit ihm durch das Dorf zu fetzen, nochmal rauf bis zur Filiale in die Europaallee.

Von den Mitarbeiterinnen dort weiß niemand etwas über den Aufenthalt des Stabzucker-Spitzbuas. „Normalerweise werden die Spitzbuabn gleich in der Früh geliefert, aber vor drei Tagen, da kam nur der Nuss-Spitzbua. Das gab Geweine und Geschrei bei den Kindern, die sich auf ihre Lieblings-Leckerei gefreut haben, sag ich Ihnen!“ Nora Express wird immediately klar, dass da etwas nicht stimmt. „Hier ist doch etwas faul, no Sugar, no Chocolate?“, grummelt sie und verlässt die Filiale wieder.

Ein paar Stunden später slidet sie in der Dunkelheit mit ihrem Schlitten Richtung Backstube. Wenn sie nicht ausgeliefert wurden, dann müsste hier jemand Bescheid wissen. Die Nachtschicht ist bereits in vollem Gange. Die Baker kneten und formen, der Boden ist rutschig vom Mehl und die Öfen sind schon heißgelaufen. Bäcker Roland stellt sich tapfer Noras Fragen. „Wo waren Sie in der Nacht vom vierten Adventssonntag auf Montag?“, fragt sie. „Ich, ich … ja ich war natürlich hier, Detective. Ich bin für die Brötchen zuständig, nicht für die süßen Sachen. Worum geht’s denn?“, entgegnet der Baker nervös. Detective Norah Express blickt ihm tief in die Augen. „You know somethin’, right?“ „W… Worüber denn?“, stottert der Bäcker und schlottert schon so mit dem Nudelholz, dass das Mehl auf den Boden rieselt wie draußen der Schnee vom Himmel. Detective Nora Express tritt ganz nah an den Bäcker heran: „Raus mit der Sprache: Where is the Stabzucker-Spitzbua?“ Da bricht Baker Roland in Tränen aus: „Na gut, ich hab’s getan!!! Ich hab ihn auf dem Gewissen! Aber es war keine Absicht, ich schwör’s!!! Er lag einfach da, zwischen all den anderen vorbereiteten Brötchen, unter einem Haufen Mehl und ich dachte noch: Warum ist der Teig heute so komisch? Und ich hab ihn einfach auf die Schaufel getan und ihn … ihn gemeinsam mit den Brötchen in den heißen Ofen geschoben. Ich konnte es ja nicht ahnen!“ „Sie haben den Spitzbua einfach in den heißen Ofen geschoben? So … he is completely burned, right?“

Baker Roland holt eine kleine Schachtel unterm Tisch hervor. „Ich brachte es nicht übers Herz, ihn in die Tonne zu schmeißen! Ich schwöre: Jemand hat mir das untergejubelt. Warum sollte ich einfach einen unschuldigen Spitzbua verbrennen?“ Detective Nora Express glaubt dem Baker, nimmt die Schachtel mit den spitzbübischen Überresten und klopft ihm auf die Schulter. „Bake it easy! Ich finde den, der das getan hat.“ Sie schlendert weiter durch die Bakery und hört noch, wie der Befragte den Song „Bakiiiiing with tears in my eyes“ trällert, als sie eine hämisch grinsende Dame hinter dem Ofen erwischt, die das Gespräch wohl belauscht hat. „Who are you and why are you smiling over somethin’ so cruel?“ „I bin die Tanja und a Konditorin. I verrot Ihnen amoll eps: I bin eper froah, dass der Spitzbua weck isch!! Tog für Tog hot er mi onglocht und olm bin i in Versuchung kemmen, ihn zu vernaschen. Ober wissens wos? I will jo nett fett werden!!!“ „Aha, so did YOU do that?“ Die Konditorin lacht auf: „Na, fix net, i will jo net mein Tschob verliern. Do passts mir nämlich brotal guat, wissens. Ober redns amoll mit sein Bruader, mitn Schoko-Spitzbua. Dorsell isch nämlich so a eifersichtigs Birschl, wos sich olm aufgreg hot, dass i lei mitn ondern gflörtet hon!“ Die Konditorin dreht sich um und beginnt ihre Schicht. Detective Nora Express hingegen bleibt einen Moment wie angewurzelt stehen und kann nicht glauben, was sie da gehört hat. „Is it possible? Damn it!!“ Dann stürmt sie aus der Backstube, whatsappt dem Schoko-Spitzbua „News. Come to my agency!“ und hillt mit dem Schlitten dermaßen die Handwerkerzone down, dass Caldaro-Town den Kreisverkehr dort wohl noch ein 34. Mal aufreißen und umbauen muss.

Im Büro wartet bereits der Schoko-Spitzbua auf sie. Er sitzt lässig im Drehstuhl, hat die Füße auf den Schreibtisch gelegt und krault einen schnurrenden schworzen Weggen auf seinem Schoß. „What the hell … Wo kommt der Weggen her? Whatever … Geh runter von my chair and #gibmirmeinenschlüsselzurück!“ „Ormai woasch eh schun, dass I mein Bruader afn Gewissen hon, gell? Also net i direkt, i hons jo in ormen Bäcker untergjublt, haha!“ „Ich will nur noch eines wissen: Why did you do that?“ Das Gesicht des Spitzbuas verfinsterte sich: „Mein Bruader hot mir die Show gstohlen! Jo ok, mi megn die Kinder a gonz gern, ober woasch wia oft ER ausgwählt wordn isch? Des holtet men mit so a feiner Schokoglasur wia i sie hon jo net aus. Und iaz kemmen a no die gonzen Weihnachtskekslen! Die sem sein als nächstes dron!!! Hahahaha!“ „You little Grinch! Das werde ich nicht zulassen.“ „Und wos willsch dogegn tean, ha?“ Detective Nora Express wäre nicht Detective Nora Express, wenn sie nicht noch einen Trumpf im Ärmel hätte. Unbeeindruckt nimmt sie ihren Hut ab und erwidert: „Du möchtest bei den Kids the number 1 sein? Kannst du haben. They love chocolate!“ Dann ruft sie laut: „Come on Kids! Lasst ihn euch schmecken!“ Schon strömen drei glustige Herrgottskids zur Tür herein und stürzen sich auf den schmackhaft aussehenden Schoko-Spitzbua. So ereilt ihn am Ende doch noch sein allerschönstes destiny. „Karma is a b****, my friend!“, flüstert Nora Express und klemmt sich eine Kippe zwischen die Zähne. Die Weihnachtskekserei ist gerettet. Und wenn die Kids immer noch nicht genug Spitzbuabn und Kekse haben, dann baken sie beim Wörndle noch heute!

 

Die (zusammenhanglose) Moral von der Geschicht‘? 

Weihnachtskekse liebt man. Oder eben nicht! 😉

Merry Christmas!

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