„Bertl, dorzehl amoll!“

Wenn der Wörndle mit … dem Carrozziere

Iaz werd amoll geplodert! In der neuen Wörndle Interviewreihe „Wenn der Wörndle mit …“ lädt Chef Matthias selbst Kalterer Persönlichkeiten zum Gespräch. Seinen heutigen Interviewpartner kennt er schon eine ganze Weile: Mit ihm hat der Wörndle nämlich nicht nur die Kalterer Sandkästen unsicher gemacht, sondern auch die Handwerkerzone – denn dort sind der Bäcker und der 42-Jährige Karosserie-Mechaniker Christian Morandell, im Dorf als „Bertl“ bekannt, Haus an Haus nebeneinander aufgewachsen.

Wörndle: Sooo, iaz geats los, Bertl, dorzehl amoll: Wie lange gibt es deine Werkstatt eigentlich schon?

Christian: Gegründet wurde die Karosserie Morandell von meinem Vater und meinem Onkel, Arnold und Hartmann, im Jahre 1978. Ich bin 1992 in den Betrieb eingestiegen, damals war ich 15. Und jetzt ist auch mein Sohn Daniel aktiv mit dabei.

 

Wörndle: Schon geil, wenn man hört, dass drei Generationen in einem Betrieb zusammenarbeiten! Das ist einfach authentisch. 

Christian: Ja, mein Vater ist zwar schon fast in Pension, aber er hilft noch immer fest mit. Und das mit den Generationen ist auch bei den Kunden der Fall – mittlerweile kommen auch schon deren erwachsene Kinder und Enkel.

 

Wörndle: Was ist die größte Herausforderung in deinem Job?

Christian: Sicherlich die Qualität, weil es eine ganz genaue Arbeit ist. Der Kunde bringt sein kaputtes Fahrzeug und möchte es natürlich wieder in einem makellosen Zustand zurück haben. Ein gutes Team ist bei meiner Arbeit das Wichtigste – alleine könnte ich nie den Überblick behalten, immerhin ist jeder Mitarbeiter einem anderen Aufgabenbereich zugeteilt.

 

Wörndle: Und dann muss man dazu sagen, dass die meisten, die zu dir in die Lehre kommen, auch über Jahre bei dir bleiben – das zeugt von einer guten Qualität des Betriebes.

Christian: Ja, viele sind schon lange bei uns. Dieses Jahr feiern wir sogar ein 40-Jahr-Jubiläum! Jung und Alt harmonieren sehr gut miteinander – die gute Atmosphäre spüren sicherlich auch die Kunden.

 

Wörndle: Das ist bei uns in der Backstube genauso. Ich sage immer: Mir Hondwerker sein olle awia Norrn! (lacht) Man muss einen Handwerksberuf immer mit Passion ausüben – nur wegen des Geldes macht man es sicher nicht.

Aber weiter im Text: Wie warst du als Kind? Wolltest du schon immer Mechaniker werden oder hattest du auch mal andere Träume?

Christian: Eishockey war bei mir immer ein großes Thema. Mit sieben Jahren habe ich zu spielen begonnen und ich war aktiv dabei bis ich 30 war – aber das war immer freizeitmäßig. In die Arbeit bin ich hineingewachsen – schon als kleiner Junge waren Autos spannend für mich. In der Mittelschule hab ich meinem Vater dann bereits in der Werkstatt ausgeholfen. Nein, ich hatte nie das Bedürfnis, was anderes zu sehen.

 

Wörndle: Wo bist du am liebsten?

Christian: Auf einer warmen Insel! (lacht) Na, na … In einer gesunden Umgebung! Mittlerweile habe ich ja auch eine Frau und Kinder, dann ist man schon gerne bei der Familie zuhause. Ansonsten bin ich im Sommer am liebsten am See – im Winter auf dem Eisplatz. Ich bin sehr viel im Wald unterwegs, weil ich gerne wandere und radle. Und weil ich leidenschaftlich surfe, zieht es mich auch immer wieder an den Gardasee.

 

Wörndle: Worauf könntest du nicht verzichten?
Christian: Auf die Freizeitaktivitäten, die mir einen Ausgleich verschaffen. Sport, aber auch auf ein gutes Essen und ein gutes Glasl Wein möchte ich nicht verzichten. Man soll es sich ja auch mal gut gehen lassen! Kollegen treffen … Und am Wochenende mal Ausflüge machen.

Wörndle: Aber du bist nicht der Typ, der jeden Abend in der Skorpion Bar sitzt, gell? Ich hab auch meistens nicht Zeit dafür. Dabei würde ich mich schon mal gerne dazu setzen, ein Bierchen trinken und mit den anderen von der Handwerkerzone Ideen austauschen. Wir von den Betrieben sind fast alle im gleichen Alter und von der gleichen Zone. Man lebt für diese Straße und nach dem Motto „Unsere Straße, unserer Block“. Am liebsten würden wir ja Zoll verlangen, damit die Leute passieren dürfen.

Christian: Ja, das haben wir früher ja auch gemacht. Zone gesperrt und Radl- und GoCart-Rennen veranstaltet! (lacht)

Wörndle: Die Handwerkerzone ist ein ganz eigenes Viertel, wo Probleme untereinander geregelt werden. Man kann jetzt nicht sagen, dass wir eine große Familie sind, aber man kennt sich, ist aufeinander angewiesen und jeder hilft dem anderen aus. Wenn ich einen Schaden bei einem meiner Lieferwagen habe, dann macht der Bertl das ganz gleich in der Früh – und ich habe ihn wieder schnell einsatzbereit. Das ist Gold wert. So läuft das bei allen Betrieben in der Zone. 

 

Wörndle: Wir üben beide ein Handwerk aus – welche Parallelen gibt es zwischen unseren Betrieben?
Christian: Du musst deine Kunden genauso glücklich machen, wie ich meine – deine Qualität zählt gleich wie meine, sowie die Pünktlichkeit, der Zeitdruck. Die Parallelen der Handwerksberufe sind wohl immer ähnlich. Und wir müssen als Chef halt immer da sein – auch wenn wir mal krank sind. 

 

Wörndle: Hast du ein geheimes Hobby, das man dir nicht auf Anhieb zuschreiben würde?

Christian: Das habe ich tatsächlich, das sind die Sterne. (lacht) Im Sommer lege ich mich oft hinters Haus und schaue in den Himmel. Ich besitze sogar ein Teleskop. Und als meine Kinder noch kleiner waren, haben wir manchmal unter freiem Himmel geschlafen.

 

Wörndle: Was magst du an Kaltern besonders gerne? 

Christian: Die vielseitigen Veranstaltungen zum Beispiel – da ist Kaltern bestimmt einigen anderen Dörfern voraus. Und man hat hier auch viel Bezug zu den Menschen, das ist schön.

 

Wörndle: Was ist das Verrückteste, was dir jemals passiert ist?

Christian: Als ich dich als Kind vom Wasser rausgezogen habe, als wir zusammen mit unseren Eltern am Meer waren. Da waren wir fünf oder sechs gell? Ich weiß noch, dass so viele Wellen kamen und du geschrien hast. Irgendwie hab’ ich es geschafft dich rauszuziehen. 

Wörndle: Ich bin dir ein Leben lang dankbar (lacht).

Christian: Ansonsten gab es viele verrückte Aktionen. Wir haben z. B. vor 20 Jahren den damals ersten Maschgra-Wagen in Kaltern gebaut, einen Wikingerwagen, haben von der Gemeindepolizei aber keine Genehmigung bekommen. Wir sind dann logisch trotzdem damit gefahren. Und was war? Am Ende sind die Dorfputz voraus gefahren und wir hinterher. Sie haben uns den ganzen Abend die Auto aufgehalten, damit wir fahren konnten … das war wirklich a Gaudi.

 

Wörndle: So, die letzte und wichtigste Frage: Welches Wörndle-Brot magst du am liebsten?

Christian: Die Baguettes und die Brezen, ich bin ja ein großer Brezenfan. Dein Tata hat uns schon als wir klein waren täglich das Brot geliefert – jedem Haushalt eigentlich, so wie heute auch noch. Ich bin quasi mit dem Wörndle-Brot aufgewachsen. Ich muss sagen, dass du Kaltern schon bereicherst, Matthias – du hast die letzten zehn, fünfzehn Jahre ordentlich Gas gegeben als Unternehmer – und viel zum Positiven verändert!

Kontakt
Wörndle KG des Wörndle Matthias & Co.
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